Der Springsittich - Cyanoramphus auriceps

Steckbrief des Springsittich

Der Springsittich (Cyanoramphus auriceps – Kuhl, 1820) ist eine neuseeländische Vogelart aus der Ordnung der Papageien (Psittaciformes). Er gehört zu der Gattung der Laufsittiche (Cyanoramphus).

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Der Springsittich ist etwa 23 cm lang und ähnelt dem Ziegensittich (Cyanoramphus novaezelandiae), aber am Kopf hat er eine roten Stirnstreifen und einen gelben Scheitel.

Das Gefieder ist dunkel-grasgrün, an der Unterseite blasser oder leicht gelblich überhaucht. Am Bürzel befindet sich auf jeder Seite ein purpurroter Fleck.

Systematik und Unterarten

Der Springsittich wird heute als eine monotypische Art aufgefasst, weist also keine Unterarten auf. Andere Taxonomen führen zwei weitere Formen entweder als separate Arten oder als Unterarten auf:

Malherbesittich (Cyanoramphus [auriceps] malherbi)
Malherbe-Springsittich

Der Malherbesittich (Cyanoramphus [auriceps] malherbi Souancé, 1857), auch als Alpensittich bezeichnet. Er kommt auf der Südinsel von Neuseeland in zwei voneinander getrennten Bergregionen vor. Dort bewohnt er die Wälder in Höhen um 1.300 m.

Gegenüber der Nominatform ist das rote Stirnband nur orangefarben und der Scheitel deutlich hellgelb. Auch der beidseitige Bürzelfleck ist nur orange. Außerdem ist er mit 20 cm deutlich kleiner als die Nominatform.

Da 2018 nur 50 – 250 Exemplare ermittelt wurden, wird diese Art vom IUCN als „vom Aussterben bedroht“ geführt!

Chatham-Springsittich

Der Chatham-Springsittich oder Forbes-Sittich (Cyanoramphus [auriceps] forbesi – Rothschild, 1893) wird seit 1930 er als Unterart betrachtet. In neuerer Zeit wurde der Chatham- oder Forbes-Sittich einer Reihe von molekularen Tests unterzogen. Diese Tests haben dazu geführt, dass er wieder als eigenständige Art betrachtet wird. Es wird angenommen, dass die Vorfahren die Chatham-Inseln vor der evolutionären Auftrennung von Springsittich und Ziegensittich erreichten.

Chatham- oder Forbes-Sittich (Cyanoramphus [auriceps] forbesi)

Da 2022 nur 250 – 1.000 Exemplare ermittelt wurden, wird diese Art vom IUCN als „gefährdet“ geführt!

Durch Untersuchungen der mitochondriale DNA wurde ein hohes Maß an Hybridisierung zwischen dem Chatham-Ziegensittich (Cyanoramphus n. chathamensis) und dem Chatham-Springsittich nachgewiesen.

Verbreitungsgebiete und Habitate

Die Nominatform kommt in weiten Teilen der Nord- und Südinsel Neuseelands, auf den Stewart- und Auckland-Inseln sowie auf mehreren vorgelagerten Inseln vor. Sie gilt in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet als selten, kann jedoch auf vorgelagerten Inseln und in Wäldern auf dem Festland in Zeiten starker Samenproduktion häufig vorkommen.

Verbreitungsgebiete der Springsittiche

Nahrung und Ernährungsweise

Springsittiche ernähren sich von Samen, darunter Grassamen, vielen Arten von Beeren, Knospen, Blumen und wirbellosen Tieren (Schildläuse und Raupen), welche auf Bäumen eingesammelt werden. Auf Inseln, die frei von Beutegreifern sind, werden diese oft vom Boden aufgenommen.

Samen von Pseudopanax, Leptospermum, Disteln und Blüten von Greiskräutern (Senecio), Rhododendronarten (Hymenanthera), Neuseelandflachs (Phormium) und Coprosma werden von Springsittichen gegessen. Als Nahrung sind ebenfalls Samen von Ixerbia und Früchte von Dysoxylum bekannt.

Stimme und Verhalten

Am häufigsten wird von einem langen rasselndes Meckern berichtet. Z.B. „keekeekeekeekee…“, manchmal aber nasaler und tiefer, und daher ziemlich ähnlich zum Ziegensittich. Diesen Klang hört man sowohl im Flug als auch beim ruhenden Springsittich. Auch leise Konversationsrufe wie kurzes Quietschen und Gluckern treten auf

Brutbiologie

Die Hauptbrutzeit liegt im Oktober bis Dezember. Jedoch nisten Springsittiche in allen Monaten außer Mai und Juni. Deren Nest liegt in hohlen Ästen oder in Löchern von Stämmen, welche oft tote oder verrottete Stümpfe sind. Es werden 5 bis 9 Eier gelegt.

Gefährdung und Schutzstatus

Der Bestand der Nominatform des Springsittich (Cyanoramphus a. auriceps) wird auf gegenwärtig 10.000 – 30.000 Individuen geschätzt. Man geht davon aus, dass diese Art in den Wäldern Neuseelands seit vielen Jahren immer seltener wird, was vor allem auf die Einführung von Raubtieren zurückzuführen ist. Daher wird diese Art lt. IUCN Red List als „nahezu bedroht“ eingestuft (2022).

Die Nominatform des Springsittich ist gemäß BNatSchG (§ 7 Abs. 2 Nr. 13 und 14) besonders geschützt und ist im Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommen aufgeführt.

Der Bestand der Unterart/Art Chatham- oder Forbes-Springsittich (Cyanoramphus [auriceps] forbesi) wird auf nur noch 250 – 1000 Exemplare geschätzt und wird lt. IUCN Red List als gefährdet eingestuft (2018). Da diese Art nur auf ein sehr kleines Gebiet und auf nur zwei Standorte beschränkt ist, besteht eine wahrscheinliche Bedrohung durch eingeschleppte Raubtiere, die dies in kürzester Zeit zu „akut bedroht“ machen könnte. 

Der Forbes-Springsittich ist gemäß BNatSchG (§ 7 Abs. 2 Nr. 13 und 14) streng geschützt und ist im Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommen aufgeführt. Trotzdem ist der Forbes-Springsittich (Cyanoramphus [auriceps] forbesi) nach Anlage 5 der BArtSchV von der Anzeigepflicht ausgenommen.

Quellen und Literaturangaben

Titelbild: Mjobling (CC BY 3.0)

Ihre Fragen an die Fachgruppe im DKB

Im Deutschen Kanarien- und Vogelzüchterbund e.V. ist die Fachgruppe der Sittiche und Exoten für Springsittiche zuständig.

Im Bereich der Sachkunde finden Sie Erstinformationen zur Haltung von Sittichen.

Wenn Sie Fragen zum Springsittich haben, kontaktieren Sie uns. Wir führen diese und unsere Antworten dann in Unterartikeln auf.

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